Rekordtorjäger im Ruhestand Cihan Ciplak blickt auf seine SuS Zeit zurück

Bayerns Torkanone Robert Lewandowski hat am Wochenende seinen 40. Saisontreffer markiert und damit den Saison-Rekord von Gerd Müller eingestellt. Am letzten Spieltag am bevorstehenden Wochenende kann der Pole sogar noch einen draufsetzen. Das glaubt auch der ehemalige Kreisliga-Torjäger Cihan Ciplak, für den 40 Tore in einer Spielzeit eigentlich kein Problem darstellten.

Noch heute muss der mittlerweile 47-Jährige immer noch lachen, wenn er an seine torreichen Zeiten in der Kreisliga zurückdenkt. „Für 50 Tore war ich in der Kreisliga eigentlich immer gut“, sagt er nicht ohne Stolz. Zumindest hat er diese Marke das ein ums andere Mal überboten.

Ciplak spielte schon für Basaksehir

Seine persönliche Bestmarke liegt immerhin bei 67 Toren. „Die habe ich damals in der Aufstiegssaison des SuS Lünern in die Bezirksliga geschossen. Wir hatten eine tolle Truppe mit Trainer-Routinier Günter Luttrop an der Seitenlinie“, schwärmt der Stürmer noch heute, der auch schon in der 2. türkischen Liga für Vanspor, Zeytinburnuspor und den Erdogan-Klub Basaksehir auflief. „Vom SuS Lünern habe ich damals eigens einen geschnitzten Holz-Pokal bekommen“, erinnert sich der Angreifer aus Unna. Eine besondere Ehre waren Jahre später auch die Aussagen seiner ehemaligen Widersacher. „Die haben mir gesagt, dass ihr Trainer in der Kabine immer darauf hingewiesen habe, dass sie ja auf den Ciplak aufpassen sollen – wenn nötig auch zu zweit.“

Zu halten war der Kreisliga-Toptorjäger aber in den seltensten Fällen. „Mein Ziel war immer der Sieg meiner Mannschaft. Dafür habe ich aber auch immer ordentlich auf die Socken bekommen“, zog sich Cihan Ciplak damals jede Menge blaue Flecken zu. „Verbale Provokationen gehörten auch dazu“, erinnert er sich. „Aber das darf einen nicht belasten, wenn man auf dem Fußballfeld steht. Da zählen Tore und nicht Worte.“

Begonnen hatte Ciplaks Tor-Karriere im Seniorenfußball mit dem SV Holzwickede in der Oberliga unter Trainer Ralf Dreier. Von hier aus ging es das erste Mal nach Lünern, dann zum TSC Kamen und zum SV Langschede. Jedes Mal feierte er die Meisterschaft und den Aufstieg in die Bezirksliga. „Kreisliga-Mannschaften, die aufsteigen wollen, sind interessanter“, sagt der Stürmer. Es folgten der BSV Menden, BV Brambauer, RW Unna, wieder Lünern und der TSC sowie die IG Bönen.

In der Bezirksliga erzielte Cihan Ciplak „nur“ 38 Tore

Und in der Tat: Nach dem Aufstieg mit dem SuS Lünern traf Cihan Ciplak damals in der Bezirksliga „nur“ 38 Mal. Immer noch ein Topwert. Eine Erklärung hat er aber auch: „In der Kreisliga war jedes Spiel auf mich zugeschnitten, eine Liga höher wird innerhalb der Mannschaft mehr und schneller gespielt. So entstehen Chancen für mehrere Spieler.“
Und deshalb glaubt Cihan Ciplak, der mittlerweile beruflich seit drei Jahren den Nähservice für Ikea in Kamen, Dortmund und Wuppertal organisiert, dass auch das Team des FC Bayern München dafür sorgen wird, dass Robert „Lewangoalski“ mindestens noch seinen 41. Saisontreffer markiert. Aber: „Meine 67 Tore wird er nicht erreichen“, ist sich Ciplak sicher.

Quelle: https://www.hellwegeranzeiger.de